Lebensmittelvielfalt nutzen

Übersicht über aktuell laufende  Humanstudien

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Foto: Unsplash
CareHigh-Studie Inhalt einblenden

Projekt Kaskadenscreening auf familiäre Hypercholesterinämie und Erstellung eines Patientenregisters - Teilprojekt ERNÄHRUNGSERHEBUNGEN

Die familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist mit einem sehr hohen Herz-Kreislauf-Risiko verbunden. Sie ist die häufigste bekannte Ursache für das vorzeitige Auftreten einer Atherosklerose und führt bereits im jungen Alter zu kardiovaskulären Ereignissen.

In Deutschland wird die familiäre Hypercholesterinämie bisher kaum als solche diagnostiziert. Dadurch bleiben die Chancen, die in einer frühen Behandlung von Patienten und deren Angehörigen liegen, in weiten Teilen ungenutzt.
Die D•A•CH – Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. hat sich daher dazu entschlossen, mit einem Modellprojekt in der Rhein – Neckar – Region unter Leitung von Prof. Winfried März die Machbarkeit eines Kaskadenscreenings nach holländischem Vorbild auf familiäre Hypercholesterinämie zu evaluieren.

Das Projekt wurde Mitte des Jahres 2015 auf ganz Deutschland ausgeweitet und steht nun deutschlandweit Patienten zur Verfügung.

Als Teilaspekt des Kaskadentrainings erfolgt die Erhebung der Ernährungsgewohnheiten der teilnehmenden Probanden mittels standarisierter Ernährungsprotokolle. Die Angaben erfolgen auf freiwilliger Basis.

Anhand der Food-Frequency-Protokolle, welche über 5 Tage geführt werden, wird die tägliche Aufnahme an Energie, Grundnährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen mit Hilfe der Ernährungssoftware Prodi® (Nutri-Science GmbH, Freiburg, Germany) berechnet.

Die Probanden erhalten eine Auswertung mit den berechneten Nährstoffaufnahmen sowie konkrete Ernährungsempfehlungen im Hinblick auf die Optimierung ihrer Nährstoffaufnahme im Vergleich zu den Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung  e.V. .

Start der Ernährungerhebungen: 2016

 

JERN-ALS-Studie Inhalt einblenden

Studie zum Ernährungsstatus von Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS)

Die Beobachtungsstudie (Pilotstudie, JERN-ALS) beinhaltet eine regelmäßige Datenerhebung bzw. Dokumentation der Ernährungsgewohnheiten im Kollektiv der Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS; n = 50).

Mit Hilfe der Ernährungsprotokolle (Food-Frequency-Protokoll, FFP), welche jeweils über einen Zeitraum von 5 Tagen vor der klinischen Untersuchung im Abstand von 3 - 6 Monaten von den Patienten geführt wurden, wird die tägliche Aufnahme an Energie, Grundnährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen mit Hilfe der Ernährungssoftware Prodi® (Nutri-Science GmbH, Freiburg, Germany) berechnet.

Zusätzlich zu den Ernährungsprotokollen erfolgte die Analytik der Fettsäurenverteilung in den Plasma- und Erythrozytenlipiden. Da die Fettsäurenverteilung in den Plasmalipiden den Verzehr fettreicher Lebensmittel der letzten 3 - 4 Tage reflektiert und die Erythrozytenlipide die Aufnahme fettreicher Lebensmittel in den letzten 2 - 3 Monaten widerspiegeln, stellen diese Biomarker eine wertvolle Ergänzung zu den im Ernährungsprotokoll (FFP) dokumentierten Angaben bezüglich der Ernährungsgewohnheiten dar.

Neben der Charakterisierung der Krankheitsaktivität, welche regelmäßig im Rahmen der Visiten im Abstand von 3 - 6 Monaten in der ALS-Ambulanz erfolgt ist, wurden metabolische Parameter (Gesamtcholesterol, HDL, LDL, Triglyzeride, Lipoprotein(a)) bestimmt.

Studienziele

Identifizierung ernährungsabhängiger Faktoren, die mit dem Krankheitsverlauf (slow, intermediär, rapid) der ALS in Zusammenhang stehen.

Entwicklung von Ernährungskonzepten zur Therapieunterstützung

Studienstart: Frühjahr 2015 / Ende der Beobachtung: Winter 2018

Kooperation mit PD Dr. med. J. Großkreutz (Neuromuskuläre Ambulanz, Motoneuron-Erkrankungen, Erlanger Allee 101, 07747 Jena)

KoALA-Studie Inhalt einblenden

KoALA-Studie - Konversion der alpha-Linolensäure

Einfluss der Hintergrunddiät auf den Metabolismus und die Bioverfügbarkeit pflanzlicher omega-3 Fettsäuren (n-3 PUFA)

Entsprechend ihrer Herkunft können n-3 PUFA in (i) langkettige n-3 PUFA (n-3 LC-PUFA) mariner Herkunft, wie z. B. Eicosapentaensäure, Docosapentaensäure, Docosahexaensäure und (ii) n-3 PUFA pflanzlicher Herkunft, wie α-Linolensäure (ALA) und Stearidonsäure unterteilt werden.

Eine erhöhte Zufuhr von n-3 LC-PUFA steht mit der Verbesserung kardiovaskulärer Risikofaktoren und einer Reduktion der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse in Verbindung. Darüber hinaus tragen n-3 LC-PUFA zur Therapie chronisch-entzündlicher Erkrankungen bei. Im Vergleich zu den Effekten der n-3 LC-PUFA auf das kardiovaskuläre Risiko ist die Wirkung der pflanzlichen n-3 PUFA vergleichsweise gering.

In den meisten Ländern und insbesondere im Rahmen einer vegetarischen/veganen Lebensweise werden n-3 PUFA hauptsächlich durch ALA-Quellen wie Walnüsse, Leinsamen, Sojabohnen und Rapsöl aufgenommen. Beim Menschen ist die Konversionsrate der ALA in n-3 LC-PUFA relativ gering (max. 10 %), wobei insbesondere die endogene Umwandlung in DHA begrenzt ist (0,01 - 4 %). Im Vergleich zu einer direkten Supplementierung mit n-3 LC-PUFA ist es demzufolge schwierig, durch Supplementation mit ALA vergleichbare n-3 LC-PUFA-Konzentrationen in den Membranen des Körpers zu erreichen.

Es gibt Ansätze, die darauf hinweisen, dass die Konversion von ALA in EPA und in gewissem Umfang auch in DHA durch eine Verringerung der Aufnahme von Linolsäure (n-6 PUFA, LA) aufgrund einer verminderten Konkurrenz um die D6-Desaturase, verbessert werden kann. Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass eine Reduktion der LA-Aufnahme auf < 2,5 En% notwendig ist, um den DHA-Status zu erhöhen. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass Vegetarier und Veganer relativ hohe Mengen an Samen und Ölen aufnehmen, welche in der Regel reich an LA sind. Es ist anzunehmen, dass dadurch die Umwandlung der pflanzlichen n-3 PUFA in ihre langkettigen Metabolite aufgrund der Konkurrenz um die D6-Desaturase behindert wird.

Anhand der KoALA-Studie soll der Einfluss der Hintergrunddiät auf den Metabolismus und die Bioverfügbarkeit pflanzlicher n-3 PUFA untersucht werden.

Das Studiendesign sieht vor, dass 148 Probanden (37 Teilnehmer pro Gruppe) mit leichter Hypertriglyzeridämie (TAG > 1,5 mmol/L; ohne lipidsenkende Medikation; Frauen (in der Menopause) und Männer im Alter von 51 bis 65 Jahren; PAL: 1,6) eingeschlossen werden.

In der 7-tägigen Run-in-Periode dokumentierten die Probanden ihre Ernährungs-gewohnheiten mittels Food-Frequency-Protokoll (7d). Zu Beginn und im Verlauf der 12-wöchigen Intervention wurden im Abstand von vier Wochen Blutproben genommen (Abbildung).

Die Studienintervention bestand aus einer täglichen Dosis an Leinöl (10 En%) und definierten Tagesmenüplänen (Ausnahme: Kontrollgruppe D ohne Menüpläne), welche sich hauptsächlich durch ihren Anteil an Linolsäure (n-6 PUFA) unterscheiden (Abbildung). Anhand einer weiteren Studiengruppe (C) wird untersucht, inwiefern eine regelmäßige Aufnahme von Milchfett von Weidekühen, den n-3 PUFA-Metabolismus beeinflusst, wobei die Hypothese zugrunde liegt, dass die kurz- und mittelkettigen Fettsäuren sowie die verzweigtkettigen Fettsäuren aus dem Milchfett die Konversion der ALA in n-3 LC-PUFA begünstigen könnten.

Der Konsum weiterer n-3 PUFA-Quellen (z. B. Pflanzenöle, Fisch und Fischöl, Algen und Algenöl usw.) war während der gesamten Studienzeit verboten.

 

Ziele der KoALA-Studie

  • Herstellung von Zusammenhängen zwischen Hintergrunddiät, n-3 PUFA-Aufnahme und Metabolismus - Bewertung des Einflusses auf den Gesundheits- und Krankheitsstatus unter besonderer Berücksichtigung kardiovaskulärer Risikofaktoren
  • Identifizierung von Zielkonzentrationen für ALA, EPA, DHA sowie Grenzwerten für LA in Plasma- und Erythrozytenlipiden, im Hinblick auf die Verbesserung kardiovaskulärer Risikofaktoren (z. B. Blutlipide, Entzündungsmarker)
  • Bewertung der Eignung der Fettsäurenverteilung in Plasma- und Erythrozytenlipiden als Biomarker, welche eine definierte Nahrungsaufnahme in Form der Menüpläne, kombiniert mit der Aufnahme von Leinöl (10 En%) reflektieren

Im Detail adressiert die KoALA-Studie die folgenden Fragestellungen hinsichtlich der Hintergrunddiät:

  • Inwieweit beeinflusst eine gleichzeitig niedrige bzw. hohe Aufnahme von LA (2,5 En% vs. 7 En%) die Konversion von ALA in die langkettigen n-3 PUFA?
  • Ist die Begrenzung der gleichzeitigen LA-Aufnahme auf 2,5 En% geeignet, um die Konversionsrate zu erhöhen?
  • Überdeckt eine zeitgleiche, hohe Aufnahme von SFA die gesundheitsfördernden Wirkungen der n-3 PUFA auf z. B. die Blutlipide, da eine hohe SFA-Aufnahme mit einer Erhöhung des LDL-Cholesterols in Verbindung steht?
  • Kann die Konversion pflanzlicher n-3 PUFA durch gleichzeitige Aufnahme von hochwertigem Milchfett (Weidehaltung) erhöht werden?

Basierend auf den Studiendaten sollen validierte Ernährungskonzepte zur Erhöhung des n-3 LC-PUFA-Status etabliert werden, wodurch neben der Bedarfsdeckung mit diesen wertvollen Nährstoffen auch ein Beitrag zur Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen geleistet werden soll.

Studienstart: März 2018 (Hauptstudie, Teil 1, abgeschlossen) / März 2021 (Hauptstudie, Teil 2)

Förderungprogramm: BMBF-Fördermaßnahme "Kompetenzcluster der Ernährungsforschung" Förderkennzeichen: 01EA1708

Flyer [pdf, 1 mb]

Studiendesign KoALA-Studie Studiendesign KoALA-Studie Foto: Dr. Christine Dawcyznski
gLUCAn-Studie Inhalt einblenden

Humaninterventionsstudie zur Untersuchung der physiologischen Effekte eines regelmäßigen Verzehrs von Gerste- und Haferprodukten - Betrachtung der Kurz- und Langzeiteffekte auf den Glukose- und Lipidmetabolismus sowie die Sättigung

Ein täglicher Verzehr von Gerste und Hafer kann durch ihren hohen Gehalt an β-Glucan zur Prävention und Behandlung ernährungsmitbedingter Erkrankungen (Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Kolonkrebs) beitragen. Dennoch werden in Deutschland nur 1 % der Gersten- und 14 % der Haferproduktion für die Herstellung von Lebensmitteln verwendet. Eine sensorische Verbesserung der Getreide durch Rösten könnte zur Erhöhung der Attraktivität beim Verbraucher führen.

Ziel des Vorhabens ist es daher, Röstbedingungen zu etablieren, die zu sensorisch hochwertigen, besser schmeckenden Produkten führen. Es ist davon auszugehen, dass eine thermische Behandlung die chemische Struktur und damit die Bioverfügbarkeit von β-Glucan und Stärke modifiziert, wodurch die physiologischen Effekte beeinflusst werden könnten.

Im Rahmen der gLUCAn-Studie soll die Modulation der metabolischen Antwort, als Zusammenspiel von Sättigung, Glukose- und Lipidmetabolismus infolge des Verzehrs der Studienprodukte (Gerste- und Haferflocken in gerösteter und roher Form) betrachtet werden.

Die randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Humaninterventionsstudie wird im Crossover-Design mit 32 Personen mit erhöhtem LDL-Cholesterol (≥ 3 mmol/l, ohne Einnahme von Lipidsenkern) durchgeführt.

In der Studie soll der Einfluss eines regelmäßigen Verzehrs der Getreideprodukte (Gerste- und Haferflocken in gerösteter und roher Form) auf den Glukose- und Lipidmetabolismus sowie die Sättigung postprandial untersucht werden.

Weiterführend wird der Einfluss des regelmäßigen Verzehrs der Getreideprodukte über einen Zeitraum von drei Wochen auf den Glukose- und Lipidmetabolismus untersucht. Der Vergleich erfolgt in beiden Studienarmen gegen Weißbrot (Kontrolle).

Studienstart: Mai 2018 / Studienende: Mai 2019

Kooperation mit Dr. Silke Rummler / Dr. Annett Klink (Universitätsklinikum Jena, Institut für Transfusionsmedizin (ITM), Erlanger Allee 101, 07747 Jena)

Flyer [pdf, 1 mb]

MoKaRi II-Studie (Teilprojekt nutriCARD 2.0) Inhalt einblenden

MoKaRi II

 - Humaninterventionsstudie zur Modulation des kardiovaskulären Risikos und des Risikos für Diabetes mellitus Typ 2 durch Tagesmenüpläne

Ziel: Entwicklung und Validierung von Ernährungskonzepten für Patienten mit Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterolämie und Personen mit gestörter Glucosetoleranz

Bewertung der Konzepte durch eine Humaninterventionsstudie (5armig)

Konzept: Hypercholesterolämie – MoKaRi-Konzept plus Phytosterole 

Konzept: Hypercholesterolämie – MoKaRi-Konzept (= ‘Goldstandard’)

Konzept: Hypertriglyzeridämie – modifiziertes MoKaRi-Konzept 1

Konzept: Prä-Diabetes – modifiziertes MoKaRi-Konzept 2

Kontroll-Intervention: Die Teilnehmer der Kontrollgruppe (D) erhalten allgemeine Ernährungsempfehlungen auf der Grundlage der 10 Regeln für eine gesunde Ernährung der DGE (14tägig). Die Studienteilnehmer erhalten keine Tagesmenüpläne und werden nicht mit Studienprodukten versorgt.

Basierend auf den vielversprechenden Ergebnissen der MoKaRi I - Studie (Dawczynski et al. 2017) werden Nudging-Strategien, wie z. B. Kochkurse, die Bereitstellung der Menüpläne (Kochbuch plus relevante Informationen) und ausgewählter Studienlebensmittel, regelmäßige Verlaufskontrolle (14tägig) der Risikofaktoren (Gewicht, Blutlipide, Blutdruck, Nüchternglucose) in das Studiendesign implementiert, um die Compliance der Probanden zu verbessern. 

Das Studiendesign (Paralleldesign, 5armig, n = 150) ermöglicht den Vergleich der Effektivität der Ernährungskonzepte, welche an die Anforderungen der Zielgruppen angepasst wurden.

Studienziele

  • Therapieunterstützung durch die erarbeiteten Ernährungskonzepte
  • Bewertung der Compliance gegenüber einer intensiven Ernährungsberatung inkl. der Tagesmenüpläne
  • Identifikation von Einflussgrößen auf das Ernährungsverhalten der Menschen
  • Ableitung von maßgeschneiderten, praktikablen Empfehlungen für die Zielgruppe (Erwachsene mit erhöhten kardiovaskulären Risikofaktoren, Prä-Diabetes)
  • Identifikation neuer Biomarker der Nährstoffaufnahme und Bewertung ihrer Rolle im Hinblick auf die Ausbildung/Ausprägung kardiovaskulärer Risikofaktoren und Risikofaktoren für die Ausbildung von Diabetes mellitus Typ 2

Studienstart: Frühjahr 2021

Literatur:

Dawczynski C, Schneider AC, Hartmann J, Lorkowski S. Einfluss einer Ernährungsumstellung auf kardiovaskuläre Risikofaktoren - Ernährungsstudie MoKaRi (Modulation kardiovaskulärer Risikofaktoren). Proc Germ Nutr Soc 2017

NovAL-Studie Inhalt einblenden
Mikroalgen-Smoothie Foto: Julia Kunze

Humaninterventionsstudie zur Prüfung der Bioverfügbarkeit wertgebender Inhaltsstoffe aus Mikroalgen

Mikroalgen stellen eine vielversprechende, doch bisher unzureichend genutzte Quelle für die Produktion essentieller Nährstoffe dar.

Anhand der geplanten randomisierten Humaninterventionsstudie im Paralleldesign (3armig, n = 60) wird die Bioverfügbarkeit wertgebender Inhaltsstoffe aus neuartigen Mikroalgen bewertet, wobei der Fokus auf die folgenden Nährstoffe gelegt wird: Vitamin D, Phytosterole, Vitamin B12, langkettige Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure).

Das Studiendesign besteht neben der Run-in-Periode (= standardisierte Kost über drei Tage) aus den Teilen I (Kinetik) und II (Intervention).

Im Teil I der Studie wird die kurzfristige Bioverfügbarkeit der wertgebenden Nährstoffe bewertet, indem im Anschluss an eine Testmahlzeit mit definiertem Gehalt an Testalgen Blutabnahmen im Abstand von 30 Minuten bzw. später alle 60 Minuten durchgeführt werden (Zeitpunkt: 0, 30, 60, 90, 120, 180, 240, 300 und 360 min). Zusätzlich wird am Versuchstag der Urin über 24h gesammelt. Teil I der Studie wird mit jeweils 6 Probanden pro Gruppe (3 Männer plus 3 Frauen) durchgeführt.

Studiendesign (Intervention)

  • Placebo-kontrollierte, randomisierte Studie im Parallel-Design (3armig)
  • Interventionsperiode: 2 Wochen
  • Blutabnahmen und Gesundheits-Check sowie Sammlung des 24h Urins: jeweils 4mailg im Studienzeitraum
  • Run-in Phase: Prüfung der Einschlusskriterien, Dokumentation der Ernährungsgewohnheiten
  • im Interventionsteil der Studie verzehren die Probanden täglich eine definierte Menge der Testalgen. Die Hintergrunddiät wird durch Vorgaben hinsichtlich Art und Menge der
    Lebensmittel alle fünf Mahlzeiten (Frühstück, Vormittagssnack, Mittagessen, Nachmittagssnack, Abendessen (= Tagesmenüpläne)) zwischen den Gruppen (Kontrolle, Mikrolage 1, 2) vereinheitlicht.

Probanden: gesunde Probanden (n = 60, 50 % Männer, 50 % Frauen)

Studienziele

  • Prüfung der Bioverfügbarkeit der wertgebenden Inhaltsstoffe (z. B. langkettige n-3 PUFA, Ballaststoffe, Phytosterole, Vitamine)
  • Prüfung der Verbraucherakzeptanz (mittels Fragebögen)
  • Bewertung des Einflusses des täglichen Verzehrs der Produkte auf kardiovaskuläre Risikofaktoren

Studienstart: Herbst 2020

NuEva-Studie Inhalt einblenden

NuEva-Studie -

Nu

tritional

Eva

luation

Die Ernährungsgewohnheiten der Menschen sind sehr facettenreich. Die einen bevorzugen Fleisch, andere mögen lieber Fisch und wieder andere lehnen tierische Produkte komplett ab. Die Vielfalt der Ernährungsgewohnheiten eröffnet neue Möglichkeiten, diese in der Prävention und Therapie ernährungsmitbedingter Erkrankungen einzusetzen. Andererseits kann der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel mit einem Nährstoffmangel einhergehen.

Die NuEva-Studie konzentriert sich neben der Identifizierung und Validierung ernährungsassoziierter Biomarker, auf die Entwicklung und Validierung von Ernährungskonzepten für gesunde Personen, die sich durch eine optimale Zusammensetzung an Makro- und Mikronährstoffen auszeichnen und gleichzeitig zur Prävention von Zivilisationskrankheiten (Fokus: kardiovaskuläre Erkrankungen) beitragen.

„Unser Ziel ist es, Ernährungskonzepte für gesunde Personen mit unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, mit denen sichergestellt werden kann, dass alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden“, erklärt Dr. Christine Dawczynski, Leiterin der NuEva-Studie.

NuEva-Studiendesign (Paralleldesign, Dauer: 12 Monate, Follow-up: 12 Monate, optional 24 Monate)

In die Studie wurden mindestens 4 x 55 gesunde Personen eingeschlossen, die anhand ihrer Ernährungsgewohnheiten (die mindestens seit einem Jahr umgesetzt werden), einer der folgenden Gruppen angehören: 

Mischköstler (Western Diet): täglicher Konsum von Wurst und/oder Fleisch

Flexitarier: Konsum von Fleisch oder Wurst - vorzugsweise aus biologischem Anbau, maximal 1 - 2mal pro Woche; Konsum von Fisch

Vegetarier: Verzehr von Milchprodukten und pflanzlichen Lebensmitteln, Verzicht auf Wurst, Fleisch und Fisch

Veganer: Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, Verzicht auf alle Lebensmittel tierischen Ursprungs 

In der zweiwöchigen Run-in-Phase wurden die Ernährungsgewohnheiten der Probanden im Vorfeld der Studie durch Ernährungsprotokolle sowie Ernährungs- und Lebensstilfragebögen erfasst und dokumentiert.

In der Screening-Periode erfolgte die erste Probennahme. In den humanen Proben (Plasma, Serum, Vollblut, 24h Urin, Stuhlprobe) wurden bzw. werden die folgenden Parameter zum Nährstoffstatus analysiert: Fettsäurenverteilung in Plasma- und Erythrozytenlipiden, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Um den Gesundheitszustand zu bewerten, wurden kardiovaskuläre Risikofaktoren (Blutlipide, Entzündungsmarker, Lipoprotein(a)), Marker für das Diabetes-Risiko, Gerinnung und Blutbild analysiert. Das Spektrum der Studienparameter wird durch ein Metabolomic-Profiling und die Analyse des Mikrobioms in den Stuhlproben komplettiert.

Basierend auf den Screening-Daten sowie der Messung des individuellen Grundumsatzes mittels indirekter Kalorimetrie und einer Erhebung zur körperlichen Aktivität wurden Tagesmenüpläne individuell für jeden Studienteilnehmer ausgearbeitet, mit dem Ziel eine adäquate Energie- und Nährstoffzufuhr sicherzustellen sowie ggf. identifizierte Risikofaktoren (Fokus: Blutlipide) zu senken.

Die erarbeiteten Tagesmenüpläne werden in der Interventionsphase über zwölf Monate validiert, indem im Abstand von 12 Wochen Visiten inkl. Gesundheitschecks und Probennahmen erfolgen.

 

Ziele der NuEva-Studie

Die NuEva-Studie dient zur Bewertung der physiologischen Vorteile bzw. möglicher pathophysiologischer Konsequenzen infolge einer langfristigen Umsetzung der gewählten Ernährungsformen.

Gleichzeitig sollen aus der NuEva-Studie validierte, praxisnahe Ernährungskonzepte und -empfehlungen für Mischköstler (Western Diet), Vegetarier, Veganer und Flexitarier hervorgehen, welche eine bedarfsgerechte Energie- und Nährstoffzufuhr sicherstellen und zur Prävention von Zivilisationskrankheiten (Fokus: kardiovaskuläre Erkrankungen) beitragen.

Studienstart: Juni 2018 / Studienende: Herbst 2020 (optional: Herbst 2021)

Förderungprogramm: BMBF-Fördermaßnahme "Kompetenzcluster der Ernährungsforschung" Förderkennzeichen: 01EA1708

 

Flyer [pdf, 939 kb]

Studiendesign NuEva-Studie Studiendesign NuEva-Studie Foto: Dr. Christine Dawczynski
nutriCARD-Lebensmittel-Studie (Teilprojekt nutriCARD 2.0) Inhalt einblenden

Humaninterventionsstudie zur Prüfung der Wirksamkeit der nutriCARD-Produktpalette

Die physiologischen Wirkungen infolge des regelmäßigen Konsums der nährstoff-optimierten Lebensmittel, welche in der ersten und zweiten Förderperiode des Kompetenzclusters für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit nutriCARD entwickelt wurden, sollen im Vergleich zum regelmäßigen Verzehr traditioneller Lebensmittel (Kontrolle) geprüft werden.

Studiendesign 

  • Placebo-kontrollierte, randomisierte, doppelblinde Studie, Crossover-Design
  • Interventionsperioden: 4 Wochen, Auswaschphase: 6 Wochen
  • Blutabnahmen und Gesundheits-Check sowie Sammlung des 24h Urins: jeweils 4mailg im Studienzeitraum
  • Run-in Phase: Prüfung der Einschlusskriterien, Dokumentation der Ernährungsgewohnheiten

Probanden: Probanden (50 % Männer, 50 % Frauen, n = 60) mit erhöhten kardiovaskulären Risikofaktoren (BMI ≥ 25 kg/m2, LDL-Cholesterol ≥ 120 mg /dl (≥ 3,1 mmol/l))

Studienziele

  • Prüfung der Bioverfügbarkeit der wertgebenden Inhaltsstoffe (z. B. langkettige n-3 PUFA, Ballaststoffe, pflanzliches Protein, Vitamin D)
  • Prüfung der Verbraucherakzeptanz der innovativen Produktpalette (mittels Fragebögen)
  • Bewertung des Einflusses des täglichen Verzehrs der Produkte auf kardiovaskuläre Risikofaktoren

Studienstart: Herbst 2019 /Studienende: Frühjahr 2020

 

Studie - Biomarker Inhalt einblenden

Biomarker als "Fingerabdruck" der Ernährung

Die Identifizierung und Etablierung ernährungsassoziierter Biomarkerprofile leistet einen essentiellen Beitrag zur i) Bewertung des Einflusses von Ernährungsmustern auf den Gesundheits- bzw. Krankheitsstatus, ii) zur Bewertung der Compliance gegenüber der Studienintervention und iii) zur Überwachung der Hintergrunddiät im Rahmen ernährungsbezogener Humaninterventionsstudien. Anhand der geplanten Studie sollen charakteristische Biomarkerprofile für zehn definierte Ernährungsmuster etabliert werden.

Studiendesign

Für die Studie im Paralleldesign werden gesunde Probanden (n = 400) rekrutiert, deren Ernährungsvorlieben einer der folgenden zehn Gruppen entsprechen:

Milchprodukte, Wurst/Fleisch (verarbeitet), Wurst/Fleisch (nicht verarbeitet), Schokolade, Fast Food, Weißmehlprodukte, Vollkornprodukte, Fettreiche Kaltwasserfische, Obst, Gemüse

Um die Adhärenz hinsichtlich der definierten Ernährungsmuster zu verstärken und die Bedingungen vor der Probennahme zu vereinheitlichen, erhalten die Teilnehmer jeder Gruppe eine entsprechende standardisierte Kost über sieben Tage.

Die Probensammlung (Blut, 24h-Urin, optional: Fäzesproben) erfolgt zu Beginn und am Ende der standardisierten Kost (Abbildung).

Folgende Studienparameter (Auswahl) werden erhoben: anthropometrische Parameter, Nährstoffstatus, Metabolomic-Profiling, kardiovaskuläre Risikofaktoren.

 

Ziele der Biomarker Studie

Die Studie ermöglicht die Herstellung komplexer Zusammenhänge zwischen der kontrollierten Nährstoffaufnahme für zehn definierte Ernährungsmuster und den analysierten biochemischen Markern in den humanen Proben.

Die Studie zielt darauf ab, ernährungsassoziierte Biomarker bzw. Biomarker-Profile, sogenannte „Fingerabdrücke für Ernährungsmuster“, welche die tägliche Ernährung widerspiegeln, zu identifizieren und zu etablieren, um dadurch einen essentiellen Beitrag zum Monitoring der Compliance sowie zur Überwachung der Hintergrunddiät im Rahmen ernährungsbezogener Humaninterventionsstudien zu leisten. Die Studiendaten sollen genutzt werden, um die Angaben, welche aus Ernährungserhebungen (z. B. Ernährungsprotokollen) gewonnen werden, zu komplettieren bzw. die Fehlerquellen (Under-/Overreporting etc.) dieser Instrumente zu minimieren.

Perspektivisch sollen die identifizierten, ernährungsassoziierten Biomarker mit Daten zum Gesundheits- und Krankheitsstatus aus Kohortenstudien (z. B. LURIC-Studie) in Verbindung gebracht werden, wobei ein Schwerpunkt auf die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 sowie die Ausprägung von Übergewicht und Adipositas gelegt wird.

Aufbauend auf den gewonnenen Daten sollen Ernährungskonzepte entwickelt werden, die sowohl zur Prävention als auch zur Therapie der genannten Krankheitsbilder beitragen.

Es ist angedacht, die Messung der identifizierten, ernährungsassoziierten Biomarker bzw. Biomarker-Profile in Standards zur Durchführung von ernährungsassoziierten Humanstudien aufzunehmen.

Geplanter Studienstart (Pilotstudie mit drei Gruppen): Frühjahr 2020 

Start der Hauptstudie: Sommer/Herbst 2020

Förderungprogramm: BMBF-Fördermaßnahme "Kompetenzcluster der Ernährungsforschung" Förderkennzeichen: 01EA1708

 

Studiendesign Biomarker-Studie (Hauptstudie) Studiendesign Biomarker-Studie (Hauptstudie) Foto: Dr. Christine Dawczynski
Studie zur App-basierten Gewichtsreduktion Inhalt einblenden

App-basiertes Konzept zur Gewichtsreduktion

Test einer digitalen, mobilen Anwendung zur Begleitung von Präventions- und Therapiemaßnahmen für Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko

Die im Rahmen des Projektes zu entwickelnde ‘digitale mobile Anwendung‘ adressiert die Schwachstellen der Konkurrenzprodukte, indem die Nutzer individuell angepasste (personalisierte) und wissenschaftlich validierte spezifische Konzepte erhalten.

Die Erfassung der kardiovaskulären Risikofaktoren erfolgt über innovative Messmethoden – einfach per Smartphone (Herzrate und vor allem Herzrhythmus, Herzfitness, Gefäßsteifigkeit, Atmung, Schlaf, Bewegung etc.).

Die Menüpläne, welche über die App zur Verfügung gestellt werden, sind individuell auf die Bedürfnisse der Probanden abgestimmt und zielen auf eine "herzgesunde" Ernährung mit paralleler Gewichtsreduktion ab. Der Erfolg des Ernährungskonzepts ist durch eine Proof-of-concept-Studie belegt (Dawczynski et al. 2017).

Die Interventionsstudie soll mit 4*20 Teilnehmern (n = 80) in Anlehnung an die Ernährungsstudie MoKaRi (Dawczynski et al. 2017) über vierundzwanzig Wochen durchgeführt werden. Über den Zeitraum ist mittels der App-basierten Ausgabe der Pläne eine 3-stufige Reduktion der Energiezufuhr vorgesehen.

Zu den Studienparameter zählen: anthropometrische Daten, Blutlipide, Entzündungsparameter, Nährstoffstatuts inklusive Fettsäurenverteilung in Plasma- und Erythrozytenlipiden zur Prüfung der Compliance gegenüber der Studienintervention

Studienstart: Herbst 2020

Förderungprogramm: Richtlinie des Freistaates Thüringen zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Richtlinie). Aktenzzeichen: 2018 VF 0030

Literatur:

Dawczynski C, Schneider AC, Hartmann J, Lorkowski S. Einfluss einer Ernährungsumstellung auf kardiovaskuläre Risikofaktoren - Ernährungsstudie MoKaRi (Modulation kardiovaskulärer Risikofaktoren). Proc Germ Nutr Soc 2017

 

Entwicklung und Validierung von Ernährungskonzepten zur Prävention und Therapie

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